Marlene Dietrich
‚Where have all the flowers gone?‘ und ‚Am Morgen‘ (SAXA) | en/de
2022
Wortmalerei
Tusche auf Leinwand (UV-Lack)
100/100

Where have all the flowers gone?

Marlene, sag mir, wo die Blumen sind
Wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blumen sind
Was ist gescheh′n?

Marlene,
Where have all the flowers gone?
Long time passing.
Where have all the flowers gone?
Long time ago.
Where have all the flowers gone?
The girls have picked them every one.
Oh, When will you ever learn?
Oh, When will you ever learn?
Young girls
They’ve taken husbands every one.
Young men
They’re all in uniform.

 

iers
They’ve gone to graveyards every one.
Graveyards
They’re covered with flowers every one.
Flowers
Young girls have picked them every one.

Sag mir, wo die Blumen sind
Mädchen pflückten sie geschwind
Wann wird man je versteh’n?
Wann wird man je versteh′n?

Sag mir, wo die Mädchen sind
Wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Mädchen sind
Was ist gescheh’n?

Sag mir, wo die Mädchen sind
Männer nahmen sie geschwind
Wann wird man je versteh’n?
Wann wird man je versteh′n?

Sag mir, wo die Männer sind
Wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Männer sind
Was ist gescheh′n?

Sag mir, wo die Männer sind
Zogen fort, der Krieg beginnt
Wann wird man je versteh’n?
Wann wird man je versteh′n?

Sag, wo die Soldaten sind
Wo sind sie geblieben?
Sag, wo die Soldaten sind
Was ist gescheh’n?

Sag, wo die Soldaten sind
Über Gräbern weht der Wind
Wann wird man je versteh′n?
Wann wird man je versteh’n?

Sag mir, wo die Gräber sind
Wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Gräber sind
Was ist gescheh′n?

Sag mir, wo die Gräber sind
Blumen blüh’n im Sommerwind
Wann wird man je versteh’n?
Wann wird man je versteh′n?

Sag mir, wo die Blumen sind
Wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blumen sind
Was ist gescheh′n?

Sag mir, wo die Blumen sind
Mädchen pflückten sie geschwind
Wann wird man je versteh’n?
Wann wird man je versteh′n?

(‚Where Have All the Flowers Gone‘ ist ein Antikriegslied, das 1955 vom US-amerikanischen Singer-Songwriter Pete Seeger geschrieben und von Max Colpet ins Deutsche übertragen wurde.)

Am Morgen

Ich stehe hier oben
Habe lange gewartet jetzt steigt sie auf
Aus den Niederungen des Gestern
Am Firmament beginnt es zu glühen
Und alles erwacht zum Leben
Umso deutlicher wird der Tod.

Heute wird sie es nicht mehr schaffen
Meine Seele aufzutauen
Mit leeren Händen blicke ich in ihr Gesicht
In der Tiefe unter mir schlitzen Felsen Wellen
Es ist still um mich geworden.

Die Welt lag mir zu Füßen
Sie war so groß und greifbar
Die Welt war mein Zuhause.

Wo sind sie nur hin
Die großen Momente die mich erfüllten
Die Brücken sind gebrochen
Noch sehe ich sie am anderen Ufer
Sie spielen und haben mich vergessen
Die alten Bilder schnüren meine Brust
Zum Weinen fehlt allein die erste Träne
Zu viele sind gewesen und nicht mehr da für mich
Noch gestern hielt ich ihre Hand
Und wusste sie in meinem Rücken
Was haben wir gelacht
Was haben wir geträumt.

Was habe ich gekämpft um das Leben anzuhalten
Was habe ich gehofft dass die Sonne einmal
Nicht mehr untergeht
Einfach bleibt und den Moment zur Zukunft macht
Was habe ich Nächte zu Tagen erklärt
Um das Glück nicht loszulassen
Und Stunden gespart um reich zu werden
Kalender verbrannt um die Jahre zu retten
Unermüdlich mein Ich vorangetrieben
Grenzen erreicht abgeschritten überschritten
Stets erobert was ich schon kannte
Pläne geschmiedet verfolgt und verworfen
Nach vorne geschaut und nach hinten gelebt
Anlauf genommen und zum Sprung angesetzt
Und – stehen geblieben
Das Morgen verankert im Jetzt.

Am Anfang die Antwort
Am Ende die Frage
Wofür?
Dieses Kommen und Gehen
Und Hoffen auf Bleiben

Dieses Warten
Betäubende Warten auf die Rückkehr der Augenblicke
Die mein Leben gewürzt versüßt und versalzen
Als der Korken entwich und das große Bouquet
Meine Sinne verführte
Meinen Gaumen nahm
Und ich im Abgang noch die Engel tanzen sah
Das alles war gestern
Doch gestern ist lange
Zu lange schon Vergangenheit.

Hätte ich damals Bescheid gewusst
Verdammt ich hätte es genossen viel mehr
Hätte wenigstens versucht wahrzunehmen was war
Wahrgenommen wofür es gleich darauf
Schon keine Zukunft mehr gab
Weil es nur diesen einen Moment davon geben kann
Geben darf
Nur einen einzigen einmal
Das erste Mal das letzte Mal
Nie wieder.

Ich sehe meinen Schatten
Lautlos die Wand hinunter gleiten
Und die Sonne steht am Himmel.

© SAXA

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